|
|
|
Dr. Heinrich Merz:
|
(17 Artikel-Bewertungen)
|
Deutsche Kaiser und Könige
Die Siegel und Münzen der Kaiser als Bildquelle
Die Bilder der alten deutschen Kaiser sind uns hauptsächlich durch ihre Siegel hinterlassen. Diese Siegel waren anfangs oval, dann breitrund, sind bis zu Ludwig dem Bayer nur einseitig, von Sigismund an münzartig auf beiden Seiten bedruck. Seit Friedrich I. wurden sie mit Schnüren angehängt. Seit Heinrich II. sind die Kaiser auf dem Thron sitzend abgebildet. Diese Siegel heißen „Majestäts-Siegel" oder „Thron-Siegel". Seit Maximilian I. verschwinden die Kaiserbilder und die Siegel enthalten bloß den Reichsadler. Auf dem Szepter Heinrichs III. erscheint zuerst bei Ludwig dem Bayer, als kleines Wappenschild zur Seite des thronenden Königs seit Karl IV. Auf den Siegeln des Kaisers Sigismund kommt zuerst der doppelte Reichsadler mit den Heiligen-Scheinen als Unterscheidungszeichen der kaiserlichen von der Königswürde vor. Seit Karl V. ist auf der Brust des zweiköpfigen Adlers ein Schild mit den kaiserlichen Länderwappen. Szepter, Schwert und Reichsapfel in den Klauen des Adlers sind Zutaten späterer Zeiten.
Dass die Künstler im Sinne hatten, auf den Siegeln und Münzen die Bildnisse treu darzustellen, ist wohl glaubwürdig, aber durch das ganze Mittelalter, auch in den größeren Skulptur- und anderen Bildwerken ist eine wirkliche Naturtreue nirgends erreicht. Es fehlte der Sinn und lange auch das Vermögen dazu. Die Siegel- und Münzbilder auf unserer und auf der folgenden Tafel erinnern beim ersten Blick an die starre, tote byzantinische Kunst. Künstler aus Byzanz bedienten das deutsche Reich, bis sich eine neue, eigentümliche abendländische Kunst entfaltete. So müssen wir uns denn mit den sehr unvollkommenen gleichzeitigen Kaiserbildern begnügen bis zum Ende des Mittelalters.
Inhalt
Die Kaiser und Könige zur Karolingerzeit
Karl I. der Große
Kaiser ab 800. Karl I., der große Sohn des Frankenkönigs Pippin, der vollkommenste Vertreter des Kaisertums, geboren 742 in Aachen, zur Regierung gelangt 768, von Papst Leo in Rom 800 als römischer Kaiser gekrönt, 814 in Aachen gestorben und begraben, im 12. Jahrhundert von papst Paschalis heilig gesprochen, erscheint auf einem Siegel von 807 mit Lorbeerkranz, das Oberkleid auf der rechten Schulter zugeheftet, in schwachbärtigem Profil mit der Umschrift: + Christe Protege Carolum, Regem Francorum: Christe beschütze Karl, den Frankenkönig. Auf einer seiner kleinen und geringhaltigen Münzen steht vorn Carolus und hinten der Name des Münzmeisters Odalricus.
Widukind (auch: Wittekind)
König der Sachsen. Widukind, der von Karl besiegte und bekehrte Sachsenherzog, ist auf seinem Grabstein aus dem XI. Jahrhundert in der Kirche zu Engern in Westfalen abgebildet, unbärtig, die Herzogskrone auf dem Haupt, in der Linken das Lilienszepter, die Rechte über dem reich geschmückten Mantel zur Brust erhoben, in goldgestickten roten Schuhen auf einem Kissen stehend.
Ludwig I. der Fromme
Kaiser ab 816. Ludwig I., der einzig hinterbliebene Sohn Karls, der Fromme genannt wegen seiner kindlichen Ehrerbietung gegen seinen Vater, wurde 778 geboren, schon zu Lebzeiten Karls von der Reichsversammlung zu Aachen zum Nachfolger ernannt, trat 814 die Regierung an, wurde 816 zu Rheims von Papst Stephan zum Kaiser gekrönt, starb nach vielen Drangsalen von seinen Söhnen und der Geistlichkeit 840 auf einer Rheininsel und wurde im Dom zu Metz begraben. Auf seinem Siegel, einer Gemme, trägt er Schnurrbart und Lorbeerkranz. Die Umschrift lautet: + Christe, beschütze Hludowic den Kaiser. Auf seiner Münze ist das belorbeerte Brustbild von der Inschrift umgeben: Hludowic Imperator Augustus; die Rückseite zeigt ein Kreuz-gekröntes Kirchengebäude mit der Umschrift: +Christiana Religio (der römische Kaiser ist der Beschützer der christlichen Religion).
Lothar I.
Kaiser ab 823. Lothar I., der älteste Sohn Ludwigs, 817 von ihm zum Mitregenten angenommen, 823 von Papst Paschalis zum Kaiser gekrönt, ging nach vielem Streit mit seinen Brüdern und nach Teilung des Reiches unter seine Söhne als Mönch in das Kloster Prüm und starb 855. Den unverdienten Lorbeer auf dem bärtigen Kopf hat er in seinem Siegel mit der Umschrift: + Christe hilf dem Kaiser Hlotharius. Eine seiner schlecht geprägten Münzen enthält vorn ein Kreuz im Feld mit der Umschrift: + Hlotarius Imperator (Kaiser) und auf der Rückseite ein Kirchengebäude mit der Umschrift: Treveris Civi(tas) d. h. Stadt Trier. Die Abbildung ist nach einem Miniatur-Gemälde des 9. Jahrhunderts in einer Bibelhandschrift in St. Gallisto zu Rom. Der Kaiser sitzt, in den faltenreichen Mantel gehüllt, mit der Rechten auf den Herrscherstab gelehnt, auf dem mit einem Pfühl belegten Thron.
Ludwig II.
Kaiser ab 855. Ludwig II. folgte 855 seinem Vater, besaß Italien und die Kaiserkrone und starb 875 ruhmlos in Mailand. Sein Siegel hat die Umschrift: Christe, schütze Hludowic den Kaiser. Seine Münze hat im Feld ein Kreuz und die Umschrift: Hludowicus Imperator; auf der Rückseite steht Colonia und ein Kreuz: die Münze wurde also in dem „heiligen" Köln geschlagen, das unter Ludwig II. stand, als er nach seines Bruders Lothars Tod auch Austrasien bekam.
Karl II., der Kahle
Kaiser ab 875. Karl II., der Kahle, vierter Sohn Ludwig I., regierte seit 840 Frankreich, ließ sich 875 von Papst Johann zu Rom als Kaiser krönen, besaß aber nie Deutschland, gehört also nicht zu den deutschen Kaisern, und starb 877. In dem Miniaturgemälde der Bibelhandschrift zu St. Gallisto, früher in der St. Paulskirche zu Rom, aus dem 9. Jahrhundert, sitzt der Kaiser im Prachtegwand auf dem Thron. Die vier Frauengestalten über seinem Haupt sollten die vier Kardinaltugenden: Weisheit, Gerechtigkeit, Mäßigkeit, Tapferkeit vorstellen. Zwei Engel kommen rechts und links segnend auf Wolken herab. Rechts vom Kaiser sind zwei Waffenträger, links seine Gemahlin Richildis und eine Hofdame. Das Bild ist gleichzeitig. Tracht und Bewaffnung schließt sich noch sehr an die Antike an. In der Linken hält der Kaiser Szepter und Weltkugel mit schwer zu deutender Inschrift. Die Münze hat die Umschrift: + Ehre sei Christo, dem Könige, Sieg dem Carolus: die Rückseite enthält im Feld das Monogramm K(A)R(O)L(U)S mit der Umschrift: In Vico Namuco (Namür): Carolus defende potenter: verteidige mächtig.
Ludwig der Deutsche
König ab 840. Ludwig der Deutsche, der dritte Sohn Ludwigs I., geboren 804, erhielt 840 von seinem Vater und behielt im Vertrag von Verdun 843 Ostfranken, d. i. das deutsche Land östlich vom Rhein, das er in schweren Kämpfen gegen die Slaven verteidigte und nach Kaiser Ludwigs Tod mit dem östlichen Teil von Lotharingen vergrößerte. Er starb 876 in Frankfurt und wurde im Kloster Lorsch begraben. Sein mit Perlen umrahmtes Siegel hat die Umschrift: + Christe, beschütze Ludwig den König. Seine Münze hat im Feld ein Kreuz mit vier Kugeln in dessen Winkeln; die Umschrift lautet: + Hludovicus Imperator. Die rückseite enthält ein Kirchengebäude mit der Umschrift: +ristiana Religio.
Ludwig der Jüngere
König von Ostfranken. Ludwig der Jüngere, König von 876-882, der zweite Sohn Ludwigs des Deutschen, erlangte nach dessen Tod die Regierung über Sachsen, Thüringen, Friesland und Deutsch-Lotharingen, starb in Frankfurt und ist neben seinem Vater in Lorsch begraben. Seine Münze hat vorn im Feld ein Kreuz, in dessen Mitte ein Kügelchen, um dasselbe rückwärts gestellte Ludovicus, äußere Umschrift: + Gratia Die Rex (von Gottes Gnaden König); auf der rückseite ist ein Kreuz mit zwei Kügelchen in jedem Winkel und die Umschrift: Mettis Civitas (Metz ist der Prägeort gewesen).
Karlmann
König von 876-880. Karlmann, Ludwigs des Deutschen ältester Sohn erhielt Bayern, Kärnthen, Mähren, Böhmen und einen Teil von Ungarn, konnte aber die Kaiserkronge nicht erlangen. Die Münze hat vorn im Feld ein kreuz mit einer Kugel in jedem Winkel und die Umschrift Carloman König; die Rückseite ist wie die Münze darüber.
Karl III., der Dicke
Kaiser seit 881. Karl der Dicke, der jüngste Sohn Ludwigs des Deutschen, erhielt bei der Teilung Alemannien und einen Teil von Oberlotharingen. Nach dem Tod seiner Brüder wurde er Alleinherrscher über den größten Teil des Reiches Karls des Großen und vom Papst Johann VIII. als römischer Kaiser gekrönt. Wegen seiner schwachen Regierung allgemein verachtet, wurde er 887 zu Tribur abgesetzt. 888 starb er. Im Kloster Reichenau im Bodensee liegt er begraben. Sein Siegel mit der Umschrift Carolus Imperator zeigt nur die Binde eines Lorbeerkranzes, der ihm allerdings nicht geziemte, im linken Arm hat er ein ovales Schild mit einem Fahnenspieß. Seine Münze hat vorn ein Kreuz mit vier Kugeln und die Umschrift Karolus Re(x); auf der Rückseite steht Colonia zwischen einem durchgestrichenen S (St) und einem schlechten A, d. i. Sancta. Die Münze wurde geschlagen im „heiligen Köln".
Arnulf von Kärnten
Kaiser ab 896. Arnufl, der natürliche Sohn Karlmanns, wurde in Tribur anstatt Karls des Dicken zum König gewählt und 896 vom Papst Formosus zum Kaiser gekrönt. In Italien vergiftet, starb er in Regensburg 899. Sein Siegel mit der Umschrift Arnolfus Rex zeigt ihn mit Lorbeer, Schild und Spieß. Seine Münze trägt die schlechte Umschrift Arnolpus Re(x).
Ludwig das Kind
König ab 900. Ludwig, Arnulfs Sohn, wurde 900 auf dem Reichstag zu Forchheim zum deutschen König gewählt. Das Reich wurde vom Erzbischof Hatto von Mainz und Herzog Otto von Sachsen verwaltet. Die Ungarn griffen es an, bis ihnen ein jährlicher Tribut gezahlt wurde. Unvermählt starb Ludwig 911 in Regensburg als letzter Deutschkarolinger. Mit Schild und Speer steht der arme junge König auf seinem geringen Siegel. Seine Münze hat vorn ein Kreuz, in dessen oberen Winkel ein S und im unteren links einen so genannten gordischen Knoten; die Umschrift Hludovicus Imp. Ist nach innen gerichtet. Auf der Rückseite steht im Feld wieder der Knoten, wohl ein Sinnbild der Dreieinigkeit, wie es sich auch gut reimt zu der Umschrift, die verkehrt gestellt lautet: + xristiana Religio.
Die Kaiser und Könige zur Zeit der Ottonen
Karl der Einfältige
König ab 893 vom Westfrankenreich. Karl der Einfältige, im Jahr 879 nachgeborener Sohn Ludwigs II., des Stammlers, von 899-923 König von Frankreich, erhielt Lothringen durch Hilfe des Grafen Reginar trotz dem deutschen König Konrad I. In seine rMünze steht vorn ein Kreuz mit der Umschrift: Karolus pius rex (der fromme König Karl) und auf der Rückseite schlecht geschrieben: Argentina Civitas (Straßburg).
Konrad I.
König ab 911. Knorad I., Herzog von Franken wurde 911 zum König gewählt, bei aller Tatkraft und Weisheit jedoch gegen die inneren und äußeren Feinde wenig glücklich und starb 918. Auf seinem Siegel trägt er Schild und Fahne. Umschrift: + Chuonradus Rex. Seine Münze hat auf der vorderseite eine Kirche mit der Umschrift: Cho(n)ra(du)s. R(ex).
Heinrich I., der Vogler
Ab 919 König des Ostfrankenreichs. Heinrich I., geboren 876, Herzog von Sachsen, auch der Finkler oder Städtegründer genannt, der mächtigste Gegner Konrads I. und nach dessen Willen zu seinem Nachfolger gewählt 919, befestigte und verteidigte das Reich mit Macht und Glück gegen Dänen, Lothringer, Slaven und Ungarn. Er starb, ohne als Kaiser gekrönt zu sein, 936 in Memleben und wurde in Quedlinburg beigesetzt. Sein Bidl ist nach einem Miniaturgemälde in dem Manessischen Codex der Minnesänger. Zierlich hält er in der Rechten das Szepter, in der Linken ein Spruchband. Im Siegel trägt er – wie vor ihm keine – die Krone auf dem Haupt, den Schild in der Linken und in der Rechten die Fahne. Umschrift: Henricus Rex (Heinrich der König). Auf seiner Münze steht um das Kreuz Henricus Rex, die Rückseite enthält nur den Prägeort: Argentina civitas: Straßburg.
Otto I., der Große
Kaiser ab 962. Otto der Große, geboren 912, Sohn Heinrichs und von ihm zum Nachfolger empfohlen, wurde sofort in Aachen 936 als König gewählt. Die Ungarn, Böhmen, Slaven, Franzosen, Dänen, Bayern, Lombarden, Römer, Griechen und Polen fühlten nacheinander die Wucht dieses gewaltigen Mannes, der von Papst Johann 962 in Rom als Kaiser gekrönt wurde, nachdem er sich zuvor die lombardische Krone nahm. 973 starb er in Memleben und in Magdeburg wurde er beigesetzt. Am Haupt-Portal des Domes selbst steht seine Bildsäule aus dem Anfang des 14. Jahrhundert mit Krone, Szepter und Reichsapfel. In einer Kapelle des Domes auf dem Altar steht seine erste Gemahlin Editha von England (+ 947) mit dem Gebetbuch in der Rechten. Wenn diese Steinbilder auch nicht gleich nach dem Tod des Kaiserpaares gefertigt wurden, was man wohl nach den schon ziemlich ausgebildeten Gesichtszügen, sowie nach der Bewegung, welche in Händen und Gewändern vorherrscht, annehmen muss, so fällt ihr ursprung doch jedenfalls in eine Zeit, in der sich der Kaiser-Ornat noch nicht geändert hatte; auch hatte der Künstler ohne Zweifel noch viele Bildnisse vor sich, die aus der Lebenszeit dieser kaiserlichen Personen stammten. Die 19 Kugeln in der Scheibe, die der Kaiser in der Hand hält, sollen der Sage nach 19 Tonnen Goldes bezeichnen, welche Otto für den Dombau gab; doch ist darin viel eher der Reichsapfel, orbis terrarum, zu erkennen, der in dieser frühen Zeit auch öfter nur als Scheibe ohne Kreuz dargestellt wurde. In der Linken hält der Kaiser das Szepter, welcher abgebrochen ist. Editha hält in der Rechten das Evangelienbuch. – Die Figuren waren, wie noch aus Überresten von Farben zu erkennen ist, ursprünglich bemalt! (Hefner.) – Eine Art Pikelhaube trägt Otto I. auf dem Siegel. Mit der Umschrift Otto Imperator Augustus. Auf dem Bild ist sein Ring-Siegel mit der Umschrift Oddo Rex. Der vorwärts stehende Kopf trägt eine flache Krone, oben ein Kreuz, hinter demselben (auf unserem Bild nicht sehr deutlich) Flammen wie auf byzantinischen Münzen des Kaisers Heraclius. Seine münze hat vorn das Kreuz mit der Umschrift + Oddo Rex und auf der rückseite Sancta Colonia.
Otto II.
Kaiser von 973 bis 938. Otto II., Sohn des vorigen, schon 961 als 6jähriger Knabe zum König und 967 zum Mitkaiser gekrönt, hatte mit Dänen, Böhmen, Frankreich, Römern und Griechen in Unteritalien schwere Kämpfe und starb nach der unglücklichen Schlacht gegen die Sarazenen bei Basantello das Jahr darauf erst 28 Jahre alt 983 in Rom, wo er begraben ist. Er ist mit seiner Gemahlin, der griechischen Prinzessin Trophanu dargestellt auf einem byzantinischen flachen Elfenbeinschnitzwerk (Diptychon, Doppeltäfelchen). Umrahmt von einer Säulenarchitektur steht Christus mitten auf einem kunstvollen Fussschemel in erhabener Größe und in feierlich antikem Gewandwurf, beide Hände legt er segnend dem auf niedrigeren Schemeln stehenden, viel kleineren, puppenhaft aufgeputzten Kaiserpaar auf. Der Verfertiger hat sich selbst in unterwürfigster Demut am Schemel des Kaisers, der übrigens etwas höher steht, als die Kaiserin, nach der Sitte seiner Zeit angebracht. Das Elfenbein-Relief ist im hotel Cluny zu Paris. Das Siegel des Kaisers zeigt ihn mit Strahlenkrone, Szepter und Reichsapfel. Die Münze hat um das Kreuz dieselbe Umschrift Otto Imperator Augustus; auf der Rückseite steht Moguntia und Civitas (Stadt Mainz) um ein Kirchengebäude.
Otto III.
Kaiser von Otto III., als 2jähriges Kind 983 in Aachen als König, 996 in Rom von Gregor V. zum Kaiser gekrönt, starb auf seinem dritten Römerzug ohne Erben in der Blüte der Jugend in Paterno 1002. Seine Münze zeigt sein belorbeertes Brustbild ziemlich edlen Styles wie auf römischen Kaisermünzen und auf der Rückseite das Kreuz mit der Umschrift Otto Rex.
Heinrich II., der Heilige
Kaiser von 1014 bis 1024. Heinrich der Zweite, Sohn Heinrich des Zänkers von Bayern und Urenkel König Heinrichs I., geboren 973, nahm die Leiche Otto’s III. in Empfang und geleitete sie bis Augsburg, von wo sie nach Aachen geführt wurde. Seine Bayern und die Franken wählten ihn zum König und 1002 wurde er in Mainz gekrönt. Die Kaiserkrone empfing er 1014 und 1024 starb er in Grona bei Göttingen kinderlos als der letzte des sächsischen Hauses, das so kräftig angefangen und so schwach geendet hat. Er ist in Bamberg begraben. Papst Eugen III. hat ihn 1146 heilig gesprochen. Seine Statue mit Blätterkrone, Reichsapfel und Szepter, ein Werk des 13. Jahrhunderts, steht am Dom zu Bamberg, dessen Bistum er gestiftet hat. Das Bild bildet das Titelblatt einer von Heinrich II. dem Bamberger Domschatz geschenkten Handschrift. Da sitzt er mit seltsam verzierter viereckiger Krone, Reichsapfel und Szepter, auf dem ein Vogel steht, im Kaiserschmuck auf reich verziertem Thron, links von den weltlichen, rechts von den geistlichen Würdenträgern umgeben. Seine Münze hat im Feld der Vorderseite den linksgewendeten Kopf mit zurück gekämmten Haaren, die Umschrift ist schlecht abgekürzt: Heinricus Im(p)erato®. Auf der Rückseite ist ein kleines Kreuz, auf dessen Balken am Ende die Buchstaben Bona gestellt sind; dazu gehört auch die Umschrift: Davantria (Bona Davantria, die Stadt Deventer als Münzstätte).
Die Kaiser und Könige zur Salierzeit
Konrad II., der Ältere
Kaiser von 1027 bis 1039. Konrad der Salier, Sohn des Herzogs Heinrich von Franken, 1024 auf der großen Campa zwischen Worms und Mainz zum König gewählt und in Mainz gekrönt, erhielt 1027 die Kaiserkrone in Rom. Mitten im Verfolgen seiner großen Entwürfe, nachdem er mit mächtiger Hand das Reich gegen seine äußeren und inneren Feinde, zu denen sein aufrührerischer Sohn, Ernst von Schwaben, gehörte, gekräftigt, starb er 1039 und wurde in dem von ihm gegründeten Dom zu Speyer beigesetzt. Seine Münze zeigt den bärtigen Kopf linkshin gewendet mit der lückenhaften Umschrift: Sanctus Mauricius. Auf der rückseite steht eine runde Stadtmauer mit der Umschrift Magadeburg.
Heinrich III.
Kaiser von 1039 bis 1056. Heinrich, nach Konrads II., seines Vaters Willen 1028 erst 11 Jahre alt in Aachen als deutscher König gekrönt, folgte 1039 im Reich, erhielt 1046 in Rom die Kaiserkrone, starb 1056 in Botfeld am Harz und wurde in Speyer beigesetzt. In wiederholten Zügen gegen Böhmen, Ungarn, Oberlothringen und in Italien zeigte er seine gewaltige Kraft und sein Ansehen erhielt die Ruhe im Innern des Reiches. Seine Siegel zeigt ihn mit Krone, Adler, Szepter und Reichsapfel (ohne Kreuz). Die Umschrift lautet: Heinrich, durch Gottes Gnade König. Auf seiner Münze trägt sein bärtiger Kopf eine niedrige Krone. Umschrift: Heinricus Rex. Die Rückseite hat die Umschrift Minteona (statt Mindonum, Minden).
Heinrich IV.
Kaiser von 1084 bis 1105. Heinrich IV. war noch nicht 6 Jahre alt, als Heinrich III., sein Vater, starb und seine geistvolle Mutter Agnes die Regierung übernahm. Schlecht von Erzbischof Hanno in Köln erzogen und noch mehr von Erzbischof Adelbert von Bremen verdorben, empörter er die Sachsen, überwarf er scih mit Papst Gregor VII. und musste sich 1077 vor demselben in Canossa demütigen. Von dem Gegenpapst Clemens III. 1084 in dem eroberten Rom zum Kaiser gekrönt, aber von Paschalis II. abermals gebannt, unterlag er seinem gegen ihn empörten Sohn Heinrich. Von ihm gefangen und zur Abdankung gezwungen, starb er in Lüttich, 1106. Der papst ließ ihm auch im Tod 5 Jahre lang nicht in Ruhe; erst im Jahr 1111 durfte er kirchlich beigesetzt werden. Das Siegel des unglücklichen Mannes zeigt ihn auf dem Thron mit Reichsapfel und Adlerszepter und der Umschrift: Heinrich, von Gottes Gnaden König. Seine Münze enthält sein bärtiges Brustbild mit einem – hier zum ersten Mal vorkommenden – Kreuzstab zu beiden Seiten und der Umschrift: Hinricus Rex. Auf der rückseite sieht man die Heiligen Simon und Judas unter einem Kreuz. Umschrift: S(anctus)s Simon Juda.
Rudolf von Schwaben
Gegenkönig. Rudolf, Herzog von Schwaben, wurde von den Sachsen und Schwaben gegen Heinrich IV. zum König gewählt und 1077 von Erzbischof Siegfried in Mainz gekrönt, 1080 von Herzog von Bouillon in der Schlacht bei Mölsen an der Elster getötet und im Dom zu Merseburg begraben. Hier ist sein Erzdenkmal, eine prächtige Grabplatte in halberhabener Arbeit, unmittelbar nach dem Tod des Königs ausgeführt, wichtig für die Trachtenkunde der Zeit.
Heinrich V.
Kaiser von 1111 bis 1125. Heinrich V. wurde vom Papst des Eides gegen seinen Vater Heinrich IV., der ihn zum Mitregenten angenommen hatte, entbunden, setzte diesen 1104 ab und gelangte nach dessen Tod zur Regierung. 1111 zwang er in rom den Papst, ihn zum Kaiser zu krönen. Nachdem er 1121 das Reich beruhigt hatte, schloss er 1122 in Worms das Concordat mit dem Papst. Seine Kämpfe nach außen und innen dauerten bis er 1125 in Nimwegen kinderlos starb. Mit ihm erlosch das fränkische Kaiserhaus. Das Siegel zeigt sein Bild mit eigentümlicher Blätterkrone und hat die Umschrift: Heinricus Dei gratia Romanorum IIII Imperator Augustus (von Gottes Gnaden der vierte, römischer Kaiser-Augustus). Seine Münze enthält einen vorwärts blickenden, belorbeerten Kopf mit der Umschrift: Henricus Rex, und auf der Rückseite ein Kirchengebäude mit der Inschrift + IHO, einem „gordischen Knoten" auf jeder Seite und der Umschrift: Sancta Colonna (Köln). SAN ist von der Linken zur Rechten, CTA von der Rechten zu Linken zu lesen.
Ein Kaiser aus sächsischem Hause
Lothar III., von Supplinburg (auch: Süpplingenburg)
Kaiser von 1133 bis 1137. Lothar III., Herzog von Sachsen, 1125 in Mainz zum König gewählt und in Aachen gekrönt, holte sich 1133 in Rom die Kaiserkrone, starb nach einem zweiten glücklichen Römerzug 1137 in Bertina bei Trient und wurde in seinem Kloster Königslutter (Braunschweig) beigesetzt. Auf unserer unganz geschlagenen Münze sind von seinem Namen nur die Buchstaben ARIUS zu lesen; die Rückseite enthält die Heiligen Simon und Judas. Die andere Münze zeigt ihn auf einer Bank sitzend mit einer Kopfbedeckung, von der beiderseits ein Kreuz herabhängt. Mit der Rechten schultert er sein Lilienszepter, in der Linken hält er ein Kreuz (mit Reichsapfel?). Die Buchstaben LR sind Abkürzung des Namens Lothar.
Die Kaiser und Könige zur Stauferzeit
Konrad III.
Erst Gegenkönig, dann König von 1138 bis 1152. Konrad III., der erste der Staufer, Sohn Herzog Friedrichs von Schwaben und Enkel Heinrichs IV. mütterlicherseits, 1138 in Koblenz zum König gewählt und in Aachen gekrönt, hatte stets mit den Welfen zu kämpfen (1140 vor Weinsberg) und starb 1152 in Bamberg, ohne die Kaiserwürde empfangen zu haben. In seinem Siegel sitzt er auf prächtigem Thron mit einer Krone, von der zwei Kreuzchen herabhängen. Die Hand mit dem Reichsapfel ruht auf dem linken Schenkel. Das Lilienszepter hat fünf Blätter. Umschrift: Cunradus Dei gratia Romanorum Rex II. (von Gottes Gnaden der zweite, römischer König).
Friedrich I. von Hohenstaufen, Barbarossa
Kaiser von 1155 bis 1190. Friedrich Barbarossa (Rotbart), 1121 geboren, 1147 Herzog von Schwaben, 1152 in Frankfurt zum König gewählt und in Aachen gekrönt, erhielt 1155 die lombardische Königskrone in Pavia und die Kaiserkrone von Papst Hadrian IV. Nach schwerer aber glorreicher Regierung starb er 61 Jahre al 1190 auf seinem Kreuzzug im Fluss Saleph und wurde in Antiochien beerdigt. Wir haben leider von dem gewaltigen Fürsten, der sechs Römerzüge unternommen hatte und unter dem die deutsche Kunst so sehr erblühte, kein anderes und besseres altes Bildnis, als das Flachrelief über einem Portal des Doms zu Freysingen aus dem Ende des 12. Jahrhunderts. Da sitzt er auf einem adlerfüßigen Thron mit dem Szepter in der Linken neben seiner Gemahlin Beatrix (und dem Bischof Otto.) „Die Zeichnung des Kettengeflechts ist erst später eingehauen, nach den bezeichnenden Stücken der Plattenrüstung zu schließen, nicht vor der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts oder wohl eher noch am Anfang des 15. Jahrhunderts, der damaligen Sitte gemäß, die für Ritter, Fürsten und Könige die Darstellung in kriegerischer Rüstung verlangte. Dass eine solche hier nicht die ursprüngliche Darstellung war, geht auch aus dem Mangel des Schwertes und des Wehrgehänges deutlich hervor. Der Thron des Kaisers mit seinen Adlerfüßen ist noch ganz in der altherkömmlichen Gestalt der früheren Jahrhunderte. Der Kaiser hat wahrscheinlich eine anliegende Beinbekleidung, (wie der Bischof), und Schuhe; ob die Spornleder gleichzeitig oder später eingehauen sind, kann nicht ermittelt werden, das letztere ist wahrscheinlich, ebenso auch, dass der Sporn abgebrochen sein mag. Die kurze, unten mit einer Borte verzierte Tunica schließt oben eng um den Leib. Die mit großen runden Steinen besetzte Borte über der Brust mag zu dem nunmehr weggemeiselten Besatz des Mantels gehören. Merkwürdig ist die Krone durch die Spangen, die über die Ohren herabgehen. Der obere Teil des Szepters ist abgebrochen. – Bei dem Bild der Kaiserin hat keine solche spätere Veränderung stattgefunden. Wir finden sie mit einer kurzen Ärmeltunika bekleidet, die unten und vorn herunter mit einer breiten Borte geschmückt ist. Am rechten Vorderarm trägt sie ein mit Perlen geschmücktes Armband, in der Rechten eine Schale, in der Linken ein Tuch. Das Unterkleid, mit engen bis an die Handknöchel reichenden Ärmeln fällt bis auf die Fußspitzen herab. Obgleich die Behandlung der ganzen Skulptur, namentlich die Krone der Kaiserin, noch sehr roh ist, so ist doch die Stellung der Figuren freier als im früheren byzantinischen Stil. Das Relief zeigt noch Spuren von Farben." (Hefner-Alteneck.)
Auf dem Bild ist derselbe Kaiser Friedrich Barbarossa, nach einem lebensgroßen Flachrelief im Kreuzgang des Klosters St. Zeno bei Reichenhall. „Das Bildnis des Kaisers ist aus dem nämlichen Material, wie die sämtlichen Gesimse und Kapitäle des Kreuzgangen; es steht in einer nischenförmigen Vertiefung, deren Breite jener der darunter befindlichen Fensterbrüstung vollkommen entspricht, woraus hervorgeht, dass das Denkmal ursprünglich für die Stelle bestimmt war, die es heute noch einnimmt; wir wissen aus Urkunden, dass der Rotbart im Februar 1170 für mehrer Tage das Kloster St. Zeno bei Salzburg besucht und ihm bedeutende Vergabungen gemacht hat. Aus allen diesen Gründen können wir mit Recht annehmen, dass dieses Relief ein gleichzeitiges Bildnis jenes Kaisers ist. Der Kopf ist mit besonderem Fleiß gearbeitet und zeigt jene monumentale Ruhe, die bei den älteren Skulpturen so häufig gefunden wird. – Der Kaiser trägt in der Rechten das kurze, mit einer Lilie gezierte Szepter, in der Linken den Reichsapfel mit dem Kreuz." (Hefner-Alteneck.)
Auf dem Siegel sitzt der Rotbart bartlos auf dem Thron, der eine Rücklehne hat; an der Krone hängen beiderseits zwei lange, mit Perlen gestickte Bänder herab; auch der Saum des Mantels ist mit Perlen gestickt. Das Lilienszepter endet oben in einem Kreuz. Umschrift: Friedrich, von Gottes Gnaden römischer Kaiser Augustus. Auf der Vorderseite seiner Münze sitzt der Kaiser auf einem verzierten Bogen und hält mit der Rechten das Schwert im Schoß, in der Linken den Reichsapfel; über seiner rechten Schulter strahlt ein achteckiger Stern. Umschrift: Rex F(ri)ede(ricus). Auf der Rückseite ist eine dreitürmige Burg, unter dem mittleren Turm hält ein gekröntes Brustbild mit Glorie das Lilienszepter und den Reichsapfel. Umschrift: Sanc(tus Karolus). Die Münze ist in Aachen geprägt. Vorn das gekrönte Brustbild des Kaisers mit der Umschrift Augustus; auf der Rückseite eine dreitürmige Burg, darüber rechts und links je zwei Kügelchen. Der stehende gekrönte Kaiser im langen Gewand ist vorwärts gekehrt, mit Lilienszepter in der Linken statt sonst in der Rechten; im Feld vir Rosen. Rückseite: Eine große Rose in einem mit 8 Halbbogen umgebenen Kreis, in jedem Halbkreis eine Lilie – sehr anmutig. Der linkshin reitende Kaiser mit Krone, Harnisch und spitzem, reich verziertem Schild hält in der Rechten eine flatternde Fahne. Hinter dem Pferd erhebt sich auf einem Bogenstück eine Burg. Umschrift: + Friedericus Imperator Mulchusigensis Denar III. Die Münze ist ein Mühlhäuser Drei Denar Stück – aus äußerst dünnem Silberblech, aber gutem Gehalt und ausgezeichnet schönem Stempelschnitt.
Heinrich VI.
Kaiser von 1191 bis 1197. Heinrich, der erstgeborene Sohn Friedrichs I., hatte schon 1164 die Zusage der einstigen Nachfolge und die Huldigung als König der Deutschen erhalten und wurde 1191 in Rom als Kaiser gekrönt. In Sizilien, das er neben Neapel erobert hatte und wo er grausam gegen seine Feinde gewütet hatte, starb er 1197 in Messina. Die Umschrift seines Siegels heißt: Heinrich, von Gottes Gnaden, der Römer König. Auf der Münze reitet der Kaiser im Panzer mit Fahne und Reichsapfel zwischen zwei Kuppeltürmen; in dem Feld vor und über dem Pferd sind drei Kreuze und eine Rose. Die umschrift ist schwer zu entziffern.
Philipp von Schwaben
König von 1198 bis 1208. Philipp, der Bruder von Heinrich VI., war zum Reichsverweser ernannt worden, bis Heinrichs VI. junger Sohn Friedrich II. aus Sizilien nach Deutschland kommen würde. Die Partei der Hohenstaufen wählte ihn 1198 selbst zum König; 1208 ermordete ihn Otto von Wittelsbach in Bamberg. Begraben wurde er in Speyer. Auf seiner Münze sitzt er auf einer Galerie zwischen zwei Türmen mit langem Kreuzszepter in der Rechten und statt des gewöhnlichen Reichsapfels eine (Welt-)Kugel haltend. Eine Kügelchen schwebt über derselben wie unter dem rechten Arm des Königs. Auf dem Bild ist Philipps gekröntes Brustbild mit Lilienszepter in der Linken und einem Falken in der Rechten; auf der Rückseite steht der vorwärts gekehrte „Jungfrauenadler". Eines der ersten Beispiele von Anbringung des Adlers auf Münzen.
Otto IV., von Braunschweig
Kaiser von 1209 bis 1218. Otto, der Sohn Heinrichs des Löwen von Braunschweig, wurde von den Welfen 1198 zum König gewählt, kam aber erst nach der Ermordung Philipps 1208 durch neue Wahl in Halberstadt ins Regiment. Papst Innozenz krönte ihn 1209 in Rom zum Kaiser. Entthront starb er 1218 auf der Harzburg und wurde in der Blasiuskirche in Braunschweig begraben. Auf seiner Münze reitet er im Panzer mit Krone, Kreuzszepter und Löwenschild auf hübschem gepanzertem Ross, hinter dem eine Mondsichel steht. Umschrift: Otto Imperator.
Friedrich II.
Kaiser von 1220 bis 1250. Friedrich wurde, bei seines Vaters, Heinrichs VI., Tod erst 4 Jahre alt, zum König gewählt, aber gegen Philipp und Otto bei Seite gestellt; kam 1212 gegen Otto aufs Neue zur Wahl und 1215 zur Krönung in Aachen. Nach dem Tode Otto’s 1218 erhielt er in Goslar die Reichsinsignien und 1220 von Papst Innozenz III. in Rom die Kaiserkrone. 1228 nach glücklichem Kreuzzug setzte er sich in Jerusalem die Krone des Königreichs Jerusalem selbst auf. Bis zu seinem Ende in stetem Kampf mit dem Papst und mit den Empörungen in Deutschland und Italien, starb 1250 in Fiorentino in Apulien der geistvolle, tapfere, mit der Kirche zerfallene Enkel Kaiser Rotbarts. Sein Marmorbild ist jetzt in Capua an der Seite der Porta Romana, früher in dem Castell delle Torri, einem bei Capua nach den Angaben Friedrichs II. gebauten Schloss. Das Bild ist ein Miniaturbild aus einer lateinischen Abhandlung über die Falkenzucht, die Friedrich selbst verfasst hat. Ein Beamter überreicht in der Tracht eines Falkners dem Fürsten einen Falken. Über seinen Kopf hat der Falkner seine Kappe (capellum) gezogen. Das anmutige Gemälde atmet den Geist der kunstreichen Hohenstaufenzeit. Das Siegel hat die Umschrift: Friedrich, durch Gottes Gnade der Römer König, Mehrer des Reichs (semper augustus) und König Siziliens. Die Münze hat vorn einen zum Auffliegen bereiten Adler und auf der Rückseite den belorbeerten Kaiserkopf mit der Umschrift: Caesar Augustus Imperator Romanorum. Auf der Münze rechts oben ist nur der gekrönte Kaiserkopf zu sehen.
Heinrich Raspe
Gegenkönig 1246/47. Heinrich Raspe, Landgraf von Thüringen, von Friedrich II. zum Reichsverweser ernannt, wurde, nachdem Friedrich II. auf dem Konzil zu Lyon in den Bann getan war, durch Papst Innozenz 1246 zum König ernannt. Der „Pfaffenkönig" starb nach seiner Niederlabe in Aachen 1247 auf der Wartburg und ist in der Katharinenkirche in Eisenach begraben. Auf seinem Siegel trägt er eine flache Krone ohne Kreuz. Die Umschrift seines Siegels ist wie die des Siegels Friedrich II.: Heinricus Dei Gracia Romanorum Rex et semper Augustus.
Konrad IV.
König von 1237 bis 1254. Konrad, der jüngere Sohn Friedrichs II., schon zu Lebzeiten seines Vaters 1237 zum König gewählt, erhielt das Reich 1250, verließ es aber, um Sizilien zu behaupten und starb in Bavello im Neapolitanischen 1254, vergiftet von seinem unechten Bruder Manfred, als letzter König der Deutschen aus dem großen Haus der Staufer. Seine Münze mit der Umschrift CO(N)RA(D) auf der Vorderseite, hat auf der Rückseite ein Kreuz mit vier kleinen Kreuzen in den Winkeln und einer unverständlichen Umschrift.
Die Epoche der springenden Königswahlen im Spätmittelalter
Wilhelm von Holland
Gegenkönig und von 1254 bis 1256 König. Wilhelm, Graf von Holland, nach dem Tode Raspe’s in Neuss als Gegenkönig gewählt und 1248 in Aachen gekrönt, konnte erst nach Konrads Tod zum alleinigen Besitz der Königswürde kommen. Zwei Jahre darauf 1256 wurde er im Feldzug gegen die Friesen erschlagen. Die Rückseite seiner Münze hat um ein Turmbegäude mit zwei Fahnen auf den Seiten die Umschrift Tremonia (Dortmund als Münzstätte).
Richard, Prinz von Cornwall
König von 1257 bis 1272. Richard, 1257 von einem Teil der Reichsfürsten in Frankfurt als König erwählt und in Köln gekrönt, wurde durch Leutseligkeit und Rechtlichkeit beliebt, ging mehrere Mal nach England und starb dort 1272. Seine Münze, schlecht geschlagen, hat auf der Rückseite einen Turm und eine unverständliche Umschrift.
Konradin der Kleine
Herzog von Schwaben von 1254 bis 1268. Konradin, zu deutsch Konrad der Kleine oder Jüngere, Sohn König Konrads IV., geboren 1252, ging unter König Richards Regierung, nachdem er seine geringen Erbländer seinen Oheimen in Bayern verpfändet hatte, 1266 mit Friedrich von Baden nach Italien, um sein Erbe, Neapel und Sizilien, dem Karl von Anjou zu entreißen. Schon hatte er, der 18jährige Jüngling, Rom genommen, da wurde er am 23. August 1268 bei Tagliacozzo geschlagen, auf der Flucht zu Astura vom Fürsten Frangipani verraten und mit seinem Freund Friedrich von Baden am 29. Oktober in Neapel enthauptet. Der letzte Hohenstaufe ist auf unserem anmutigen Bild aus dem Manessischen Minnesänger-Codex zu Paris auf der Falkenjagd dargestellt. Konradin trägt ein weites Gewand mit engen Ärmeln – Schaube – ohne Gürtel, lederne Handschuhe, die bis auf die Hälfte des Vorderarms heraufreichen und schwarze Stiefel mit Schnäbeln, ohne Sporen. Sein Haupt ist mit der Krone geschmückt. Der Sattel liegt auf einer viereckigen Unterdecke; der Zaum besteht in einer einfachen Trense; das Vorderstück des Reitzeugs ist mit Schellen besetzt. Der Fuß ruht in einem Steigbügel von jetzt noch gebräuchlicher Form. Der hinter Konradin reitende Begleiter hat die linke Hand, auf der er den Falken trägt, durch einen Handschuh geschützt; sein gleichfalls langes und weites Gewand ist mit eine rKapuze (Gugel) versehen. Reitzeug und Steigbügel haben dieselbe Gestalt, wie jene Konradins, nur fehlen die Unterdecke und die Schellen am Vorderstück. – Das Wappen in der Ecke zeigt ein schwarzes, rot gerändertes, in Kleeblättern auslaufendes Kreuz in goldenem Feld. Die Überschrift im Codex: Kunig Chounrat der Junge, lässt über den Gegenstand des Bildes keinen Zweifel. Die Schnabelschuhe, die Schellen am Pferdezeug, sowie die Gugel, deuten auf das 14. Jahrhundert hin; die langen Schauben hingegen auf das 13. Jahrhundert. Die Bilder dieser Handschrift sind also spätere, etwas veränderte Nachbildungen älterer Bilder, die ncoh dem 13. Jahrhundert angehören. (Hefner-Alteneck.)
Rudolf I., von Habsburg
König von 1273 bis 1291. Rudolf, Graf von Habsburg, 1273 in Frankfurt zum König erwählt und in Aachen gekrönt, unterwarf 1276 den Herzog Heinrich von Bayern, besiegte 1278 den König Ottokar von Bähmen, brachte dem Reich den lang entbehrten Frieden und hob seine Hausmacht auf eine ungeahnte Höhe. Er gelobte dem Papst einen Kreuzzug, der Papst ihm die Kaiserkrönung, aber beide hielten ihr Wort nicht. Bei aller sonstigen Achtung vor ihm gingen die Kurfürsten, seine Habsucht und Willkür fürchtend, nicht darauf ein, seinen Sohn Albrecht zum König zu wählen. Er starb 1291 in Germersheim und wurde in Speyer bestattet. Sein Siegel stellt ihn in der bedeutend fortgeschrittenen Kunst seiner Zeit auf reich geschmücktem Thron dar mit Lilienszepter und Reichsapfel. Auf seiner Münze trägt er das Schwert und in der linken Hand den Reichsapfel. Auf der Rückseite steht unter einem dreitürmigen Gebäude eine Krone. Umschrift: Civitas Bobardiensis (Boppard.)
|
|